Der sogenannte Notenwert legt die Dauer der Note im Tempo fest. Das Teilungsverhältnis (= wie viele kleinere Noten ergeben die Nächstgrößere, früher Modus genannt) ist heutzutage immer zwei: zwei Semiminima sind eine Minima, zwei Minima sind eine Semibreve. Daher heißen diese Noten auch heutzutage Ganze Note, Halbe Note, Viertelnote. Zur Zeit der Mensuralnotation gab Teilungsverhältnisse von 2 (modus imperfectus) und 3 (modus perfectus): Aufgrund des christlichen Aberglaubens der "Dreieinigkeit" wurde die 3 als perfekt angesehen. Siehe hierzu auch Taktarten.
Die Frühform der Mensuralnotation wird heute Schwarze Mensuralnotation (ca. 1230–1430) genannt und kannte 4 Notenwerte: Maxima, Longa, Brevis und Semibrevis. Sie entsprachen den hier abgebildeten Symbolen der Weißen Mensuralnotation, waren jedoch ausgefüllt. Der Notenkopf der heute runden Noten war ein auf der Spitze stehendes rhombisches Viereck.


Die Maxima ist die größte Note. Ihre Länge entsprach ursprünglich je nach Teilungsverhältnis (sog. Maximodus) 4 - 27 Breven. Da in der modernen Notation eine Maxima wenigstens 8 ganzen Noten entspräche, und es keine übliche oder wenigstens sinnvolle Taktart gibt, in der eine so große Note einsetzbar ist, wird dieser Notenwert sowie die Maximapause heute nicht mehr verwendet.


Die Longa ist die zweitgrößte Note. Im sog. modus perfectum entsprach sie 3 Breven, im modus imperfectum 2 Breven. Ihre Länge in der heute üblichen Notation entspräche 4 ganzen Noten, daher ist auch die menusrale Longa und die Longapause aus der modernen Notation verschwunden.



Der Name der Brevis stammt aus der Zeit der Mensuralnotation und bedeutet "kurz", was sie in Bezug auf die Longa auch ist: bis zu 27 Breven waren nötig, um eine Longa zu füllen. Die Brevis – auch Breve oder Doppelganze genannt – ist die größte Note der modernen Notation. In Taktarten, deren Plenum größer ist als eine ganze Note (z.B. 5/4 oder 9/8) wird die Brevis verwendet, um auszudrücken, daß der Takt ganz gefüllt ist, was in diesen Taktarten sonst nur durch komplizierte Tri- oder Quartolenganzen möglich wäre. Dies wird in ihrem Symbol auch anschaulich ausgedrückt: sie ist eine Note, die den Takt füllt. In der Diminution des 4/4 (4/2 bzw. großes Alla Breve) entspricht sie tatsächlich 2 ganzen Noten, daher auch der Name Doppelganze. Das obere Brevis-Zeichen ist in der modernen Notatation auch zur Pause umgedeutet worden: mit darüber geschriebener Zahl und einem in die Länge gezogenen Zeichen steht sie für mehrtaktige Pausen (en: multimesure rests).


Die Ganze Note ist die kürzeste Note der Franconischen Mensuralnotation des 13.Jhds. und gleichzeitig die größte übliche Note der modernen Notation, da sie den häufigsten Takt, den 4/4-Takt, komplett ausfüllt. Ein Takt, der nur eine einzelne Ganze Pause enthält, ist leer, unabhängeg von seiner Taktart. Das Pausenzeichen entprach früher in seiner Breite den größeren Pausenwerten. In der Mensur entschied die Angabe des Tempus, ob 2 Ganze Noten einer Brevis entsprachen (tempus imperfectum) oder 3 (tempus perfectum). Eine alleinstehende Ganze Pause in einem Takt fülltWeißen Mensuralnotation diesen, auch solche, deren Plenum länger ist.


Die Halbe Note ist eine Erfindung der Ars Nova (ca. 1320), wo sie allerdings noch ausgefüllt geschrieben wurde und Minima hieß. Zwei Halbe Noten entsprechen in der modernen Notation (daher ihr Name) immer einer Ganzen Note. In der Mensur wurde dies durch die Prolation entschieden, welche Heute angibt, ab der Grundschlag binär oder ternär ist. Die prolatione perfacta legte fest, daß 3 Minima einer Semibreve entsprechen, die prolatione imperfacta, daß 2 Minima einer Semibreve entsprechen.
In der Weißen Mensuralnotation (ca. 1430–1600) wurden die Köpfe der Notenwerte von Maxima bis Minima unausgefüllt geschrieben und sahen bereits so aus wie die heutigen Notenwerte. Der Kopf blieb eckig wie in der Schwarzen Mensuralnotation. Ausgefüllte Köpfe wurden wurden die neu hinzugekommen noch kleineren Unterteilungen verwendet. Die Unterteilung der Minima und kleinerer Werte war stets 1:2.







